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XII. Walter Hallstein Kolloquium

Europa: Krise, Umbruch und neue Ordnung

Freitag, 15.03.2013 / Samstag, 16.03.2013, Campus Westend

 

 

Die europäische Integrationsgeschichte ist Ergebnis des fundamentalen Umsturzes in der politischen Ordnung Europas durch den Zweiten Weltkrieg. Seit jeher steht sie in der Spannung zwischen der Utopie gemeinsamer Freiheit und der Furcht vor dem Verlust vertrauter Ordnungsmuster. Diese Spannung hat sich wiederholt krisenhaft geäußert: Im Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954, in der französischen „Politik des leeren Stuhls“ 1964, im Zerwürfnis über den Irakkrieg 2003 und in der Ablehnung des Verfassungsvertrages in zwei Referenden 2004. Was an der aktuellen Banken- und Staatschuldenkrise anders zu sein scheint als bisher ist das Wiedererstarken nationalstaatlicher Stereotype und der Untergangsduktus der politischen Rhetorik. Ob ihr Höhepunkt bereits überwunden ist, wie manche Beobachter meinen, wird sich wohl erst im zeitlichen Abstand sagen lassen. Schon jetzt hat sie jedoch in der politischen Kultur Europas tiefe Spuren hinterlassen und mit ihrer offenbar abnehmenden Akzeptanz auch die Legitimität der Europäischen Union als Herrschaftsverband in Zweifel gezogen. Dafür ist nicht nur eine Krise der politischen Eliten in vielen Mitgliedstaaten, sondern auch der sich in Notstandspragmatismus äußernde Entscheidungsstil der maßgebenden Akteure verantwortlich.

Die Betonung des Ausnahmecharakters dieser Entwicklungen legt die Frage nahe, welche Rolle der Modus der Krisenbewältigung und ihr (Miss-) Erfolg für die Legitimität einer politischen Ordnung spielt. Ein Ansatz könnte darin bestehen, die Krise als Konstante oder sogar als Voraussetzung einer Ordnung und ihrer Legitimation zu sehen. Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, soll aus der Sicht von Vertretern der Geschichts-, Politik-, Rechts-, Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie der Versuch unternommen werden, das Thema in einen weiteren Zusammenhang zu stellen.

 

 

Wie immer richtet sich das Kolloquium an Interessierte aller Fachbereiche. Den Verlauf entnehmen Sie bitte dem nachstehenden Programm.

 

Die Anmeldung ist durch eine EMail an WHK@jur.uni-frankfurt.de möglich

 

Programm

Freitag, 15. März 2013

14:00h Begrüßung und Einführung

Prof. Dr. Klaus Günther und Prof. Dr. Stefan Kadelbach

Panel 1: Krise als Konstante

14:15h Krisen als Integrationsmotor oder Integration als Krisensymptom

Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Frankfurt am Main

 

15:00h Die Auseinandersetzung um die Anerkennung von Differenz als treibende Kraft der Integration

Prof. Dr. Jürgen Neyer, Frankfurt an der Oder

15:45h Kaffeepause

 

Panel 2: Krise als Ausnahmezustand

16:15h Dynamik und „Verfassungsnot“ im europäischen Integrationsprozess –

Zur Rolle der Unionsverfassung in Zeiten der Krise

Prof. Dr. Armin Hatje, Hamburg

17:00h Europas gegenwärtige Lage – Notstand, Krise oder Sonderweg?

Prof. Dr. Ulrich K. Preuß, Berlin

           

Samstag, 16. März 2013

Panel 3: Krise als ungeordnete Neuordnung

9:30h   In der Krise ändert sich unser Wirtschaftssystem – Wohin führt sie uns?

Prof. Dr. Bertram Schefold, Frankfurt am Main

 

10:15h Die Enthauptung der legislativen Gewalt – Transnationale Verfassungs-

Revolution zwischen Kapitalismus und Demokratie

Prof. Dr. Hauke Brunkhorst, Flensburg

 

11:00h Kaffeepause

 

Panel 4: Krise und Idealzustand

11:15:  Recht und die Gerechtigkeit in der Europäischen Union

Prof. Dr. Matthias Mahlmann, Zürich

 

12:00h Die Europäische Union: Too big to succeed?

Prof. Dr. Karl-Heinz Ladeur, Hamburg

 

13:00h Ende des Kolloquiums

 

 

geändert am 03. Dezember 2013  E-Mail: Webmasterrudak@uni-frankfurt.de

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Druckversion: 03. Dezember 2013, 10:54
http://www.uni-frankfurt.de/org/we/merton/Start/Walter_Hallstein_Symposium/WHK-2013/index.html